Erläuterungen zur Erfolgsrechnung
(4) Segmentberichterstattung
(4) Segmentberichterstattung
Grundlage für die Segmentberichterstattung bildet IFRS 8 »Geschäftssegmente«, welcher verpflichtend ab 2009 anzuwenden ist. Der bisherige Standard IAS 14 »Segmentberichterstattung«, nach welchem die Hypo Group Alpe Adria bisher die primäre und sekundäre Segmentdarstellungen vorgenommen hat, ist nicht mehr anwendbar.
Die neue Segmentberichterstattung basiert dabei auf der monatlich dem Vorstand, welcher als Hauptentscheidungsträger gemäß IFRS 8.7 fungiert, zur Verfügung gestellten Informationen (sogenannter Management Approach). Basis für die Segmentberichterstattung ist dabei die Geschäftsstruktur der Hypo Group Alpe Adria. Insgesamt wird über neun Segmente, die sich aus den konzernstrategischen Ländern, den Sonstigen Märkten, Sonstigen Geschäftsbereichen und der Hypo Alpe- Adria-Bank International AG (HBInt.) als Holding zusammensetzen, berichtet.
Neben dem operativen Ergebnis der jeweiligen Konzerneinheiten, werden die Refinanzierungskosten von Beteiligungsbuchwerten sowie die Overheadkosten verursachungsgerecht dem jeweiligen Segment zugeordnet.
Die Refinanzierungskosten von Beteiligungsbuchwerten in der Konzernobergesellschaft werden auf Basis des langfristigen Fremdkapitalzinssatzes, inklusive der durchschnittlichen Geldbeschaffungskosten, welche roulierend ermittelt werden, als Basis-Verrechnungssatz den Segmenten zugerechnet. Dieser Basis-Verrechnungssatz liegt für die ersten sechs Monate 2009 bei
4,44 % – für die Vergleichsperiode des Vorjahres wurden 4,49 % angesetzt. Zusätzlich zu diesen Fremdkapitalkosten werden auch die jeweiligen Länderrisiken und Liquiditätskosten jedem Segment hinzugerechnet. Die je Segment unterschiedlich angesetzten Liquiditätskosten liegen im ersten Halbjahr 2009 zwischen 0,34 % und 1,26 % (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: einheitlich 0,46 %) und die Länderrisikokosten zwischen 0 % und 2,52 % (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: zwischen 0 % und 2,0 %).
Die Konzernoverheadkosten werden auf Basis der durchschnittlichen risikogewichteten Aktiva gemäß Basel II (RWA, risk-weighted assets) auf die jeweiligen Segmente verteilt zugerechnet.
Die Geschäftsstruktur der Hypo Group Alpe Adria gemäß IFRS 8 setzt sich wie folgt zusammen:
Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien
Diese sechs Länder repräsentieren die wichtigsten Kernmärkte der Gruppe, in welchen diese über ihre Bank- und Leasingeinheiten vertreten ist.
Sonstige Märkte
In diesem Geschäftsbereich werden die Nicht-Kernländer zusammengefasst dargestellt, die von der Größe her eine untergeordnete Bedeutung für die Gruppe haben. Diese inkludieren eine Bank- und/oder Leasingeinheit und betreffen die folgenden Märkte: Montenegro, Mazedonien, Ukraine, Ungarn, Bulgarien und Deutschland.
Sonstige Geschäftsbereiche
Unter den Sonstigen Geschäftsbereichen sind die Gesellschaften des Nicht-Kerngeschäftsbereichs zusammengefasst. Diese beinhalten im Wesentlichen Immobiliengesellschaften sowie Tourismuseinheiten.
Holding
Der Geschäftsbereich »Holding« beinhaltet die inländische Konzernobergesellschaft die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG sowie die nunmehr durch diese Holding direkt gesteuerte Zwischenholding Hypo Alpe-Adria-Leasing Holding AG, die Veranlagungs- und Emissionsgesellschaften in St. Helier (Jersey) sowie die Aktivitäten in den Niederlanden.
Konsolidierung
Diesem Bereich sind keine Gesellschaften zugeordnet. Der Bereich umfasst neben den segmentübergreifenden Konsolidierungsvorgängen auch Ergebnisbeiträge, die nicht den einzelnen Geschäftsbereichen direkt zugeordnet werden können.
Österreich
Der Nettozinsertrag des österreichischen Bank- und Leasinggeschäfts sank im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zur Vorjahresperiode von EUR 42.421 auf EUR 39.696 Tausend, was einem Rückgang um 6,4 % entspricht. Dieser Rückgang ist zu einem wesentlichen Teil auf die Umschichtung von Kundeneinlagen im Retail-Bereich auf höher verzinste Spareinlagen zurückzuführen. Das Provisionsergebnis verbesserte sich hingegen von EUR 11.565 Tausend um 17,3 % auf EUR 13.561 Tausend.
In Summe gingen die Betriebserträge auf EUR 53.287 Tausend zurück und lagen damit um EUR 5.748 Tausend bzw. 9,7 % unter dem Vorjahreswert von EUR 59.035 Tausend. Die Aufstockung der Risikovorsorgen von EUR – 55.906 Tausend auf EUR – 58.282 Tausend reflektiert den unverändert hohen Risikovorsorgebedarf auf Grund der anhaltenden Wirtschaftskrise.
Das Konzernperiodenergebnis (nach Minderheiten) verzeichnete nach EUR – 35.039 Tausend im ersten Halbjahr 2008 eine weitere Verschlechterung um EUR 6.932 Tausend bzw. 19,8 % auf EUR – 41.971 Tausend. Die Cost/Income-Ratio lag bei
69,2 % (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: 65,3 %) und damit deutlich über dem Durchschnitt der Gruppe.
Italien
Als Ergebnis der allgemeinen Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Italien stieg auch bei der in Norditalien operierenden Bankeinheit der Risikovorsorgebedarf deutlich an und lag mit EUR – 19.176 Tausend um über 100 % über dem Vergleichswert des Vorjahres (EUR – 9.005 Tausend).
Dieser Effekt führte insgesamt zu einem deutlichen Rückgang des Segmentergebnisses (operatives Ergebnis) von EUR 18.831 Tausend im ersten Halbjahr 2008 auf EUR 4.881 Tausend (2009). Nach Berücksichtigung der Ertragsteueraufwendungen verblieb damit ein Konzernergebnisbeitrag von EUR 2.635 Tausend, nach EUR 11.777 Tausend in der Vergleichsperiode 2009.
Slowenien
Das Zinsergebnis der slowenischen Banken- und Leasingtöchter lag im ersten Halbjahr mit EUR 43.849 Tausend um EUR 14.379 Tausend bzw. 48,8 % über dem Vorjahrswert (EUR 29.470 Tausend). Dieser Anstieg ist vor allem auf die vorgenommenen Anpassungen der Kundenkonditionen – begleitend von einem höheren Durchschnittsfinanzierungsvolumen – zurückzuführen.
Trotz der im ersten Halbjahr 2009 um EUR – 5.025 bzw. 119,1 % auf EUR – 11.012 Tausend gestiegenen Kreditrisikovorsorgen konnte das Segment Slowenien mit EUR 17.080 Tausend (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: EUR 12.575 Tausend) ein deutlich positives Konzernergebnis erzielen und stellte damit das profitabelste Segment der Gruppe dar.
Kroatien
Das Segment Kroatien konnte sich in den ersten sechs Monaten 2009 im Vergleich zum Vorjahr im Bereich des Nettozinsergebnisses um 64,6 % auf EUR 84.594 Tausend verbessern. Begründet werden kann diese Verbesserung durch eine Margenverbesserung und ein gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 höheres Finanzierungsvolumen. Das höhere Handelsergebnis (von EUR 8.463 Tausend im Vorjahr auf EUR 18.465 Tausend) resultierte im Wesentlichen aus Verbesserungen im Devisen- und Valutengeschäft. Bedingt durch den im ersten Quartal 2009 erfolgreich abgeschlossenen Zusammenschluss der zwei bisher in Kroatien existierenden Banken zu einem Institut war daraus bereits ein positiver Effekt bei den Betriebsaufwendungen zu bemerken.
Diese positive Entwicklung im Zins- und Kostenbereich wurde jedoch durch die signifikant höheren Kreditrisikovorsorgen im ersten Halbjahr 2009 zunichte gemacht, wobei die Risikovorsorgen dabei insbesondere für das Leasingportfolio vorgenommen werden mussten. Die diesem Segment zugeordneten Risikovorsorgen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreswert (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: EUR – 13.879 Tausend) um EUR – 39.768 Tausend bzw. 286,5 % auf EUR – 53.647 Tausend.
In Summe verblieb jedoch trotzdem noch im Segment Kroatien ein positiver Beitrag zum Konzernergebnis in Höhe von EUR 4.942 Tausend (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: EUR 8.013 Tausend).
Bosnien und Herzegowina
Insbesondere auf Grund von Anpassungen von Außenkonditionen im Zinsbereich und dem Wegfall des in der Vergleichsperiode für 2008 noch inkludierten negativen Fair Value Option-Ergebnisses in Höhe von EUR – 6.582 Tausend konnten im ersten Halbjahr 2009 die Betriebserträge um EUR 14.180 Tausend auf EUR 46.808 Tausend gesteigert werden. Beeinträchtigt wurde diese positive Entwicklung jedoch durch den Anstieg der Kreditrisikovorsorgen, welche von EUR – 10.224 Tausend (2008) auf EUR – 23.827 Tausend (2009) angehoben werden mussten.
Während in den ersten sechs Monaten 2008 auf Grund der negativen Bewertungseffekte zweier lokaler Fonds mit EUR – 1.541 Tausend ein negativer Beitrag zum Konzernergebnis erzielt wurde, verbesserte sich dieser Wert im Jahr 2009 auf EUR – 832 Tausend, verblieb aber noch im negativen Bereich.
Serbien
Im ersten Halbjahr 2009 erhöhten die serbischen Leasing- und Bankentöchter der Hypo Group Alpe Adria das Zinsergebnis von EUR 29.177 Tausend auf EUR 41.836 Tausend, was einem Anstieg um EUR 12.659 Tausend bzw. 43,4 % entspricht. Die Risikokosten lagen mit EUR – 25.006 Tausend deutlich über dem Vorjahreswert von EUR – 9.387 Tausend und spiegelten damit die negative Wirtschaftsentwicklung wider. Die Betriebsaufwendungen betrugen im ersten Halbjahr 2009 EUR – 24.252 Tausend und lagen damit um 5,4 % über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (EUR – 23.015 Tausend).
Trotz des schwierigen makroökonomischen Umfelds in Serbien konnte das Segment Serbien im ersten Halbjahr 2009 ein positives Konzernergebnis in Höhe von EUR 5.526 Tausend (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: EUR 12.311 Tausend) zum Gruppenergebnis beitragen.
Sonstige Märkte
Die in diesem Segment zusammengefassten Märkte hatten im Gesamtjahr 2008 noch einen Aufbau des Finanzierungsportfolios zu verzeichnen, wodurch sich auch das in den ersten sechs Monaten 2009 deutlich verbesserte Nettozins- und Betriebsergebnis erklärt. Während die Kreditrisikovorsorgen im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch bei EUR – 4.112 Tausend lagen, kam es im Jahr 2009 zu einer dramatischen Erhöhung der Risikovorsorgen auf EUR – 68.911 Tausend, welche fast ausschließlich aus den von der Wirtschaftskrise besonders gezeichneten Ländern Bulgarien und Ukraine resultiert. Bei den dort operierenden Leasinggesellschaften waren hier vor allem drastisch gesunkene Marktwerte für Finanzierungssicherheiten ausschlaggebend für diese Erhöhung.
Während im ersten Halbjahr 2008 mit EUR 6 Tausend noch ein annähernd ausgeglichener Beitrag zum Konzernergebnis ausgewiesen werden konnte, schlug dieser auf Grund der hohen Risikovorsorgen deutlich ins Negative und lag im ersten Halbjahr 2009 bei EUR – 54.083 Tausend.
Sonstige Geschäftsbereiche
Da die in dem Segment Sonstige Geschäftsbereiche inkludierten Immobiliengesellschaften fast ausschließlich (konzernintern) mit Fremdkapital ausgestattet werden, ergab sich sowohl in den ersten sechs Monaten 2009 als auch 2008 ein deutlich negatives Zinsergebnis (EUR – 10.716 Tausend bzw. EUR – 10.385 Tausend). Das in den ersten sechs Monaten 2009 ausgewiesene negative Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten – AFS in Höhe von EUR – 4.636 Tausend resultiert ausschließlich aus der Abwertung von Tourismusprojekten. Insgesamt musste – wie in der Vorjahresperiode – auch im ersten Halbjahr 2009 in diesem Segment, aus dem sich die Hypo Group Alpe Adria mittelfristig zurückziehen wird, ein negatives Konzernergebnis ausgewiesen werden. Dieses lag bei EUR – 26.130 Tausend, um EUR – 6.228 Tausend schlechter als in der Vergleichsperiode 2008.
Holding
Der deutliche Rückgang des Zinsergebnisses von EUR 95.541 Tausend auf EUR 69.914 Tausend ist insbesondere auf einen Time-Lag-Effekt bei Zinsanpassungsterminen zurückzuführen. Daher sollte das Nettozinsergebnis im Zusammenhang mit dem hoch positiven Ergebnis aus dem Hedge Accounting gesehen werden, da entsprechend kompensierende Effekte hier ausgewiesen werden. Bei gesamthafter Betrachtung dieser beiden Positionen (EUR 100.653 Tausend für 2009) ergibt sich gegenüber dem Vergleichswert für 2008 (EUR 97.423 Tausend) keine wesentliche Veränderung.
Deutlich höher lagen in 2009 jedoch im Holding-Segment die Vorsorgen für Kreditrisiken, welche im Vergleich zu 2008 in den ersten sechs Monaten von EUR – 51.770 Tausend auf EUR – 88.308 Tausend anstiegen. Dies war zum einen zurückzuführen auf – durch die Wirtschaftskrise bedingte – Anstiege des im Zahlungsverzug befindlichen Portfolio und zum anderen durch erwartete Zahlungsausfälle von großen Einzelengagements, insbesondere im Bereich des von Österreich aus betriebenen Cross-Border-Finanzierungsgeschäfts, bedingt.
Der Anstieg bei den Betriebsaufwendungen um EUR 12.230 Tausend resultierte hauptsächlich aus höheren Beratungsaufwendungen für das laufende Restrukturierungsprojekt.
Weiters wird in diesem Segment das Ergebnis aus at equity Bewertung ausgewiesen, welches aus der Liquidationsbevorsorgung für die Liechtensteiner Bank resultierte.
Insbesondere auf Grund der im ersten Halbjahr dotierten Risikovorsorgen weist dieses Segment im ersten Halbjahr 2009 ein deutlich negatives Konzernergebnis in Höhe von EUR – 70.030 Tausend (Vergleichsperiode 1.1.–30.6.2008: EUR – 49.833 Tausend) auf.
