Brief des Vorstandsvorsitzenden
Sehr geehrte Kunden und Geschäftspartner,
sehr geehrte Aktionäre,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2009 ist absolviert, und wir können bestätigen, dass die Hypo Group Alpe Adria im perativen Geschäft gut unterwegs war. Vor allem beim Nettozinsergebnis konnten wir dabei deutlich zulegen und – begleitet durch die positive Entwicklung des Finanzergebnisses – die Betriebserträge kräftig steigern. Infolge des Kostenmanagements stiegen die Betriebsaufwendungen im ersten Halbjahr nur marginal und führen daher zu einem deutlich höheren Betriebsergebnis vor Risikovorsorgen.
Natürlich freuen wir uns über unsere Erfolge im Markt. Wenn diese Freude jedoch gedämpft bleibt, dann liegt dies vor allem daran, dass die Erfolge durch Belastungen aus der Finanzkrise und Bereinigungen im Kredit- und Leasingportfolio in weiten Bereichen zunichte gemacht wurden.
Ich bin im Juni dieses Jahres in die Bank eingetreten und habe den Vorstandsvorsitz übernommen. Der erste Eindruck hat das bestätigt, was ich auch von außen wahrgenommen hatte: Die Hypo Group Alpe Adria ist eine chancenreiche Bank, die über ein großes Maß an Motivation und Engagement verfügt, das mich durchaus zuversichtlich nach vorn schauen lässt. Gleichwohl liegt noch viel Arbeit vor uns. Ich habe zugleich von Anfang an deutlich gemacht, dass ich entschlossen bin, die Dinge beim Namen zu nennen und Transparenz zu schaffen und zu sichern. In diesem Sinne möchte ich feststellen, wir werden von der Finanzkrise noch lange begleitet werden und auch unsere interne Organisation ist bei weitem noch nicht dort, wo sie sein sollte.
Mit unseren Erfolgen im operativen Geschäft des ersten Halbjahres zeigen wir nicht nur, dass wir erfolgreich am Markt agieren können, sondern auch, dass wir hart daran arbeiten dem in uns gesetzten Vertrauen gerecht zu werden. Wir haben damit auch etwas mehr Handlungsspielraum, um dort konsequent aufzuräumen, wo es uns täglich schmerzt. Insbesondere im Leasingbereich und dabei in einzelnen, von der Wirtschaftskrise besonders getroffenen Regionen Südosteuropas, aber auch in Österreich, mussten wir eine Reihe von Einzelwertberichtigungen vornehmen. Dadurch stieg die Risikovorsorge an und reflektierte die derzeit schwierige Lage der Unternehmen in unseren Kernregionen. In der Folge konnte unser Ergebnis nicht positiv werden, im Gegenteil haben wir ein deutlich negatives Ergebnis erreicht.
Die Hypo Group Alpe Adria arbeitet derzeit an vielen Fronten zugleich: Zum einen ist sie Bestandteil des umfassenden Restrukturierungsprogramms unseres Haupteigentümers, der BayernLB. Zum anderen arbeiten wir an unserem eigenen Programm und schauen uns derzeit jeden einzelnen Bereich an, bewerten diesen und untersuchen ihn auf mögliche Risiken. Und nicht zuletzt arbeiten wir massiv an unseren internen Prozessen, straffen und optimieren sie, wo immer es geht. Dabei ist klar, dass dies niemals zulasten unserer Kunden gehen darf. Bei aller internen Arbeit steht der Kunde unverändert im Vordergrund.
Erste Erfolge stellen sich ein: Wir konnten die Bilanzsumme reduzieren und die Zahl der Standorte straffen. Nicht zuletzt zeigt auch die sehr erfolgreiche Platzierung unserer Benchmark-Anleihe im Juli wie unverändert hoch das Vertrauen in uns ist und durch die Staatsgarantie nochmalserhöht wird.
Klar ist aber auch: 2009 wird ein sehr schwieriges Jahr werden. Wir werden es sicher schaffen, operativ weiterhin gut unterwegs zu sein. Wir werden es auch schaffen, intern einen großen Schritt nach vorn zu tun, die Kosten weiter zu senken und die Bank im erforderlichen Maß zu redimensionieren. Aber wir werden 2009 noch keine schwarzen Zahlen schreiben können, denn noch erfahren wir täglich die Auswirkungen der oben beschriebenen Faktoren. Dass ich dennoch zuversichtlich bin, liegt an mehreren Parametern:
Erstens ist die Bank in den richtigen Märkten gut aufgestellt. Nach der Wirtschaftskrise – und es wird ein Ende geben – haben unsere Kernregionen beste Aussichten wieder wirtschaftliche Triebkräfte zu werden.
Zweitens: Es gibt nur wenige Banken mit so motivierten Mitarbeitern wie die Hypo Group Alpe Adria. Die Bank versteht zu kämpfen, und ihre Mitarbeiter leisten Großartiges. Das ist ein sehr großer Pluspunkt.
Insofern wissen wir, was zu tun ist, und wir arbeiten bereits daran. Schon in den nächsten Jahren werden wir sehen, dass dieser harte Weg sich gelohnt hat. Die Bank wird alles daran setzen, ihre Zukunft positiv zu gestalten – und davon werden auch unsere Kunden in hohem Maß profitieren! Die Fundamente dafür sind gelegt.
Freundliche Grüße
Vorsitzender des Vorstandes der
Hypo Alpe-Adria-Bank International AG
