Glossar

Aktiver Markt – Ein aktiver Markt erfüllt folgende drei Bedingungen: es werden homogene Produkte gehandelt, vertragswillige Käufer und Verkäufer können jederzeit gefunden werden und die Preise stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung.

 

Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit- Methode) – Methode der laufenden Einmalprämien, nach der die Verpflichtungen mit dem versicherungsmathematischen Barwert des am Abschlussstichtag bestehenden Versorgungsanspruches anzusetzen ist.

 

Asset-Backed-Securities (Structured Credit Products) – Finanzaktiva werden aus der Bilanz ausgegliedert und getrennt in einer Zweckgesellschaft an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refinanziert. Die Refinanzierung erfolgt durch die Ausgabe von Asset Backed Securities.

 

Bankbuch – Die Kapitalunterlegung von Positionen des Bankbuches müssen nicht nach dem Berechnungsverfahren des Handelsbuches ermittelt werden.

 

Basel II – Überarbeitete Fassung von Basel I zur Eigenkapitalunterlegung von Bankgeschäften (Eigenmittelbestimmung). Basel II dient der Erhöhung der Stabilität des internationalen Finanzsystems, etwa durch die risikoabhängige Eigenkapitalunterlegung bei Krediten und die ausdrückliche Berücksichtigung operationaler Risiken, durch die Stärkung der Rolle der Finanzmarktaufsicht sowie erhöhte Markttransparenz.

 

Bemessungsgrundlage gemäß BWG – Die Summe der risikogewichteten Aktiva und der außerbilanzmäßigen Positionen des Bankbuches ist die Basis zur Berechnung des Eigenmittelerfordernisses.

 

Bonität – Bewertung der Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens. Geprüft wird dabei das bisherige und vermutete zukünftige Verhalten eines potenziellen Kreditnehmers in Bezug auf die Rückzahlung von Schulden. Je schlechter die Bonität, desto höher die Wahrscheinlichkeit des Kreditausfalles und desto höher die Risikoprämie für den Kreditnehmer.

 

Bruttoinvestitionswert – Wert aller Mindestleasingzahlungen des Finanzierungs-Leasings und dem nicht garantierten Restwert.

 

BWG – (Österreichisches) Bundesgesetz über das Bankwesen, Bankwesengesetz.

 

CEE – Central and Eastern Europe – Zentral- und Osteuropa oder South-East Europe (Südosteuropa). Im Fall der HGAA betrifft dies folgende Länder: Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro.

 

Corporate Governance – Corporate Governance beschreibt international übliche Standards für eine gute Unternehmensführung. Die Regelungen des Corporate Governance Kodex dienen der Transparenz und Kontrolle von Unternehmen und sollen das Vertrauen in die Unternehmensführung stärken und die Aktionäre schützen.

 

Cost/Income-Ratio – Die Cost/Income-Ratio beschreibt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zu den Betriebserträgen (Nettozinsergebnis, Provisionsergebnis, Fair Value Ergebnis, Ergebnis aus Finanzanlagen und Sonstiges betriebliches Ergebnis). Die Kennzahl gibt an, wie viel Prozent der operativen Erträge durch den Verwaltungsaufwand verbraucht werden.

 

Defined Benefit Obligation (DBO) – DBO ist der Barwert der bis zum Bilanzstichtag erdienten Leistungen.

 

Derivate – Als Derivate werden üblicherweise Finanzinstrumente bezeichnet, deren eigener Wert vom Marktpreis eines oder mehrerer anderer Finanztitel (z.B. Wertpapiere) abgeleitet wird. Der Wert eines Derivats schwankt in Abhängigkeit von einem Basiswert (z.B. Zinssatz, Kurs).

 

Eigenmittel nach BWG – In den Eigenmittelbestimmungen nach BWG (§ 22 Abs. 1) wird geregelt, in welcher Höhe Kreditinstitute für die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit eingegangenen Risiken Eigenmittel halten müssen. Die Eigenmittel nach BWG bestehen aus dem Kernkapital oder Tier 1, Ergänzungs- und Nachrangkapital (Tier 2) und kurzfristiges Nachrangkapital und umgewidmetes Tier 2 Kapital (Tier 3).

 

Eigenmittel, anrechenbar – Nur anrechenbare Eigenmittel dürfen zur Eigenmitteldeckung herangezogen werden. Diese beinhalten das Tier 1 und Tier 2 Kapital.

 

Eigenmittel, erforderlich – Kreditinstitute sind verpflichtet, jederzeit anrechenbare Eigenmittel in Höhe von 8 % der Bemessungsgrundlage gemäß BWG zu halten (Solvabilitätsbestimmung).

 

Eigenmittelquote – Anrechenbare Eigenmittel abzüglich Eigenmittelerfordernis für das Positionsrisiko in Schuldtiteln und Substanzwerten, Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiko sowie das Eigenmittelerfordernis für das operationelle Risiko, in % der risikogewichteten Aktive, gemäß § 22 Abs. 2 BWG.

 

Eingebettetes Derivat – Strukturierte Produkte (Forderungen, Verbindlichkeiten) sind mit einem oder mehreren derivativen Finanzinstrumenten (z.B. Swaps, Futures) zu einer rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit verbunden.

 

Equity-Bewertung – Konsolidierungsmethode von Beteiligungen, die nicht von der HGAA beherrscht werden, aber auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird. Das anteilige Eigenkapital steht als Beteiligung in der Konzernbilanz und das anteilige Ergebnis wird in die Konzern-Erfolgsrechnung übernommen.

 

Erwarteter Verlust (expected loss) – Maßeinheit für den potenziellen Verlust eines Kreditportfolios, der innerhalb eines Jahres aufgrund von historischen Verlustdaten zu erwarten ist.

 

Exposure – Bezeichnet den erwarteten Betrag, mit dem die Bank bei Kreditausfall im Risiko steht.

 

Fair Value – Wird auch als beizulegender Zeitwert bezeichnet und ist der Betrag, der durch Verkauf zwischen sachverständigen, vertragswilligen Geschäftspartnern erzielt werden kann. Zur Bewertung können z.B. Börsenkurse, Gutachten oder interne Bewertungsmodelle herangezogen werden.

 

Fair Value Hedge – Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten werden gegen Fair-Value Änderungen abgesichert (z.B. durch einen Swap).

 

Fair Value Level I – Notierte Preise an einem aktiven Markt – der beizulegende Zeitwert wird durch einen Marktwert ausgedrückt, soweit ein aktiver Markt vorhanden ist.

 

Fair Value Level II – Bewertungsverfahren mittels beobachtbarer Parameter – in Fällen, in denen keine Börsenotierung für einzelne Finanzinstrumente vorliegt, werden zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts die Marktwerte von vergleichbaren Finanzinstrumenten herangezogen oder durch anerkannte Bewertungsmodelle mit Hilfe von beobachtbaren Preisen oder Parametern herangezogen.

 

Fair Value Level III – Bewertungsverfahren mittels nicht beobachtbarer Parameter – sind keine beobachtbaren Börsekurse oder Preise verfügbar, wird der beizulegende Zeitwert anhand von Bewertungsmodellen ermittelt, die für das jeweilige Instrument angemessen sind.

 

Finanzierungs-Leasing – Leasing-Verhältnis, bei dem im Wesentlichen alle Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Eigentum am Leasinggegenstand an den Leasingnehmer übertragen werden.

 

Gesamtkapitalquote – Verhältnis der anrechenbaren Eigenmittel zur Bemessungsgrundlage nach BWG (mindestens 8 %).

 

Geschäfts- und Firmenwert (Goodwill) – Ein Firmenwert ist der Betrag, den ein Käufer bei Übernahme einer Unternehmung als Ganzes unter Berücksichtigung künftiger Ertragserwartungen (Unternehmungswert, Ertragswert) über den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände nach Abzug der Schulden (Substanzwert) hinaus zu zahlen bereit ist (Unternehmungsmehrwert).

 

Handelsbuch – Für Positionen des Handelsbuches, die mit der Absicht des kurzfristigen Wiederverkaufes gehalten werden, gelten spezielle Berechnungsverfahren zur Ermittlung der erforderlichen Eigenmittel.

 

Hedge – Ein Hedge ist die Absicherung des Aktiendepots vor sinkenden Aktienkursen mit Optionsscheinen.

 

Hedge Accounting – Darstellung gegensätzlicher Wertentwicklungen eines Grund- und Sicherungsgeschäftes.

 

Hedging – Wertänderungen eines Grundgeschäftes (z.B. Zins-, Kursänderungen) werden durch den Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes kompensiert.

 

IFRIC, SIC – International Financial Reporting Interpretation Committee, vormals Standing Interpretations Committee. Erlassen offizielle Interpretationen der International Financial Reporting Standards.

 

IFRS, IAS – International Financial Reporting Standards bzw. International Accounting Standards, beschreiben internationale Rechnungslegungsvorschriften, welche vom IASB (International Accounting Standards Board) mit dem Ziel, eine transparente und vergleichbare Rechnungslegung auf internationaler Ebene zu schaffen, herausgegeben wird.

 

Joint Ventures – Gemeinschaftsunternehmen, ein Unternehmen wird von mehreren Parteien zu gleichen Teilen gehalten.

 

Kapitalflussrechnung – Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zusammensetzung und Veränderung des Zahlungsmittelbestandes (Cash) eines Geschäftsjahres aufgrund der operativen Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

 

Kapitalkonsolidierung – Unter Kapitalkonsolidierung versteht man die Aufrechnung des Beteiligungsbuchwertes aus dem Einzelabschluss des Mutterunternehmens mit dem anteiligen Eigenkapital des konsolidierten Tochterunternehmens.

 

Kassageschäft – Kauf- bzw. Verkaufsabschluss, der umgehend erfüllt werden muss (Lieferung und Bezahlung).

 

Kernkapital (Tier 1) – Eingezahltes Kapital, Rücklagen und Bilanzgewinn abzüglich immaterieller Vermögenswerte.

 

Kernkapitalquote – Die Quote ergibt sich aus dem Kernkapital (Tier 1) im Verhältnis zur Bemessungsgrundlage (mind. 4 %).

 

Mikrohedge – Ein Hedge, der sich auf einen einzelnen Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit bezieht.

 

Neubewertungsrücklage – In dieser Rücklage werden erfolgsneutrale Marktwertänderungen von Wertpapieren und Beteiligungen erfasst.

 

Ökonomisches Kapital – Beschreibt den Betrag, der unerwartete Verluste mit hoher Sicherheit abdeckt. Kann nicht mit dem bilanziellen Eigenkapital verglichen werden.

 

Option – Das Recht, einen Finanztitel oder eine Ware zu einem vorher festgelegten Kurs innerhalb einer festgesetzten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt kaufen oder verkaufen zu können.

 

OTC-Geschäfte – Bei over-the-counter-Geschäften, werden Finanzinstrumente nicht an der Börse, sondern direkt zwischen den Marktteilnehmern gehandelt.

 

Pensionsgeschäfte – Auch Repo-Geschäfte (Repurchase Agreements); bei einem Pensionsgeschäft werden Vermögenswerte auf einen Geschäftspartner (Pensionsnehmer) übertragen, der zur Rückgabe verpflichtet ist (echtes Pensionsgeschäft), während der Pensionsgeber auf jeden Fall die Verpflichtung zur Rücknahme eingeht. Bei der Rückgabe hat der Pensionsgeber die für die Vermögensgegenstände erhaltene Geldsumme zuzahlen.

 

Primärmittel – Primärmittel beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, verbriefte Verbindlichkeiten und Nachrangkapital.

 

Rating – Beurteilung der Bonität eines Unternehmens auf Basis standardisierter qualitativer und quantitativer Kriterien. Das Ergebnis des Ratingprozesses ist Grundlage zur Feststellung der Ausfallswahrscheinlichkeit eines Kredites. Internes Rating erfolgt durch die Bank selbst, externes Rating durch eine Ratingagentur (z. B. Standard & Poor’s oder Moody’s).

 

Return on Assets (ROA) – Oder Gesamtkapitalrendite berechnet sich aus dem Jahresüberschuss vor oder nach Steuern und Minderheiten im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme.

 

Return on Equity (ROE) – Oder Eigenkapitalrendite beschreibt die Ertragslage eines Unternehmens und gibt an, wie sich das im Unternehmen eingesetzte Kapital verzinst. Die Berechnung ergibt sich aus dem Jahresüberschuss vor Steuern oder nach Steuern im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital (entweder inklusive oder exklusive Minderheiten).

 

Risikoaktiva – Siehe Bemessungsgrundlage gemäß BWG.

 

Risk/Earnings-Ratio – Kreditrisiko/Zinsüberschuss – berechnet das Verhältnis zwischen Kreditrisiko und Zinsüberschuss und gibt somit an welcher prozentuelle Anteil des Zinsüberschusses durch das Kreditrisiko belastet wird.

 

Schuldenkonsolidierung – Forderungen und die korrespondierenden Verbindlichkeiten einbezogener Konzernunternehmen werden eliminiert.

 

Solvabilität – Unter Solvabilität wird das Verhältnis zwischen der Bilanzaktiva und der außerbilanzmäßigen Geschäfte und dem sich daraus ergebenden Ausmaß an Eigenmittel, die das Kreditinstitut zu halten hat, bezeichnet.

 

Spread – Differenz zwischen zwei bestimmten Bezugspunkten, z.B. Spanne zwischen An- und Verkaufskurs von Wertpapieren.

 

Stresstest – Zur Überwachung extremer Marktbewegungen, die im VAR-Modell nicht berücksichtigt werden können, werden Stresstests durchgeführt.

 

Swaps – Ein Swap ist ein Finanzinstrument, bei dem Zahlungsströme zwischen zwei Geschäftspartnern getauscht werden. Man unterscheidet zwischen Zinsswaps (z.B. Tausch von festen Zinssätzen gegen variable) und Währungsswaps (Tausch von Währungen).

 

Termingeschäft – Geschäft, bei dem die Erfüllung nach Geschäftsabschluss nicht sofort, sondern zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Die Qualität, die Menge, der Preis und der Erfüllungszeitpunkt werden beim Geschäftsabschluss festgelegt.

 

UGB – (Österreichisches) Unternehmensgesetzbuch, regelt nationale Rechnungslegungsgrundsätze.

 

Value-at-Risk (VAR) – Ist die Methode zur Quantifizierung von Risiken. Der VAR-Wert beschreibt die Verlustobergrenze, die innerhalb der Haltedauer nicht überschritten wird.

 

Vollkonsolidierungsmethode – Bei der Vollkonsolidierung werden wesentliche verbundene Unternehmen (>50 %) in den Konsolidierungskreis miteinbezogen und zu 100 % in den Konzernabschluss übernommen, auch wenn z.B. nur 70 % von der HGAA gehalten werden, 30 % werden als Anteile fremder Gesellschafter ausgewiesen