Prognosebericht
Für das Jahr 2009 prognostizieren Wirtschaftsforscher insgesamt eine schwache Entwicklung für die Märkte in denen die Hypo Group Alpe Adria tätig ist. Da in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres ein weiterhin unverändertes Anhalten der Finanzkrise zu beobachten war und keine Anzeichen für eine rasche Erholung der Realökonomie vorliegen, geht der Vorstand von einem anhaltend schwierigen Geschäftsjahr 2009 aus.
Mittelfristig sprechen verschiedene volkswirtschaftliche Indikatoren dafür, dass die Wirtschaft auch in Südosteuropa in eine länger andauernde Rezession geraten könnte. Die Auswirkungen, die ein derartiges Szenario auf die Wechselkurse, insbesondere auf die für die Hypo Group Alpe Adria wichtige Kroatische Kuna bzw. den Serbischen Dinar haben könnte, lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht verlässlich voraussagen.
Im Bereich des operativen Geschäftes ist von einem verminderten Kreditwachstum im Corporate-Bereich auszugehen, auch die Nachfrage im Retail-Bereich wird weniger stark zunehmen. Dieser Rückgang ist in erster Linie Ausdruck der Investitionszurückhaltung der Unternehmen und der Privatkunden.
Das Potenzial der Kernmärkte soll weiterhin im Rahmen eines selektiven und risikoadäquaten Einsatzes der Liquidität für Neufinanzierungen regional und über alle Geschäftsfelder weiter ausgeschöpft werden, wobei der Fokus des Neugeschäftes statt auf großvolumigem Corporate-Geschäft auf Klein- und Mittelbetriebe (SME) sowie Retail-Kunden gerichtet sein wird. Gleichzeitig plant die Gruppe aber auch ihre Produktpalette im Finanzierungs- ebenso wie im Veranlagungsbereich weiter selektiv auszubauen.
Vor diesem Hintergrund wird die Hypo Group Alpe Adria die Anpassung ihrer inneren Organisation an die veränderten Rahmenbedingungen fortsetzen und 2009 weitere Maßnahmen zur Restrukturierung und strategischen Neuausrichtung vornehmen.
Als Teil der BayernLB-Gruppe nimmt die Hypo Group Alpe Adria auch ihre Verantwortung innerhalb des konzernweiten Effizienz- und Strukturoptimierungsprojektes wahr. Dieses sieht eine umfassende Neuorganisation und eine an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasste Marktstrategie vor, welche im April 2009 vom Aufsichtsrat der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG beschlossen werden soll.
Insgesamt wird auch das Jahr 2009 ganz im Zeichen der neu ausgerichteten Risikopolitik und hier vor allem im Bereich der Absicherung des Kreditrisikos stehen. Entsprechende Analyse-, Abwicklungs- und Verwertungsprozesse werden neu organisiert. Das aktive Management des bestehenden Portfolios sowie die Erreichung von Restrukturierungszielen einzelner Engagements stehen dabei im Mittelpunkt.
Herausforderungen werden sich im Bereich der Sicherheitenverwertung in Zukunft insbesondere dadurch ergeben, dass bedingt durch die geringe Investitionstätigkeit der Unternehmen bei den erzielbaren Veräußerungswerten von Finanzierungsbesicherungen mit deutlichen Abschlägen zu rechnen ist. Unter den gegebenen Umständen geht das Management der Hypo Group Alpe Adria daher für die Jahre 2009 und 2010 von weiterhin über dem Durchschnitt liegenden Risikovorsorgekosten für das Kredit- und Leasingportfolio aus.
Hinsichtlich dem für das Geschäftsjahr 2009 erwarteten Konzernergebnis kann das Management aufgrund der hohen Unsicherheiten in Bezug auf wesentliche Parameter der Konjunktur- und Währungsentwicklung in den Kernmärkten der Hypo Group Alpe Adria keine verlässliche Prognose abgeben.
Durch die im letzten Quartal 2008 zügig umgesetzten Maßnahmen zur Kapitalstärkung der Bank sieht sich die Hypo Group Alpe Adria mit einer Eigenmittelquote von 11,9 % und einer Kernkapitalquote (Tier 1-Ratio bezogen auf das Kreditrisiko) von 8,3 % jedoch gut für die kommenden Herausforderungen gerüstet.
