Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2008 war die Entwicklung der Weltwirtschaft durch die Finanzmarktkrise negativ beeinflusst. Beschränkte sich die Krise zunächst noch weitestgehend auf die internationalen Finanzmärkte, so erreichte sie spätestens im vierten Quartal 2008 weltweit auch die Realwirtschaft.


In den USA führte die nachhaltige Schwäche des Banken- und Finanzsystems die US-Wirtschaft in die tiefste Rezession seit 1982. Auch in Europa war die wirtschaftliche Entwicklung in hohem Maße von den finanziellen Turbulenzen und dem Rückgang der Konjunktur in den meisten europäischen Ländern betroffen. Für 2009 gehen erste Prognosen von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in der Eurozone um 1,2 % aus.


Als kleines, exportorientiertes Land konnte sich auch Österreich diesem Abwärtstrend nicht entziehen. Bis Herbst 2008 widersetzte sich die österreichische Wirtschaft noch der Negativspirale, wurde aber dann verschärft von den Auswirkungen der Krise getroffen. Trotz massiver Gegensteuerungsmaßnahmen seitens der Bundesregierung wird in Österreich das Bruttoinlandsprodukt 2009 real voraussichtlich um 0,5 % zurückgehen. Am Ende des Jahres 2008 befand sich die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstum von etwa 1,7 % am Rande einer Rezession. Nahezu alle Konjunkturindikatoren haben sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Dies deutet darauf hin, dass sich der Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion im Schlussquartal weiter beschleunigt hat. Die italienische Wirtschaft stand schon zu Beginn des zweiten Quartals am Rande einer Rezession. In diesem Zusammenhang schwächten sich sowohl die Investitionstätigkeit als auch der private Konsum deutlich ab.


Die weltweite Verknappung der Finanzmittel stellte vor allem die in den vergangenen Jahren so wachstumsstarke Region Zentral- und Osteuropa vor ein massives Problem. Der rapide Aufholprozess in den vergangenen Jahren war maßgeblich von Kapitalimporten aus dem Euroraum gestützt, in dem sowohl Unternehmen als auch private Haushalte ihren Schuldenstand in den letzten Jahren erheblich ausweiteten. Demgegenüber stand ein massiver Vertrauensverlust auf den internationalen Finanzmärkten im Jahr 2008. Slowenien sah sich angesichts der Stagnation der wirtschaftlichen Importleistungen seiner Nachbarländer einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf voraussichtlich 3,8 % in 2008 gegenüber.

Zudem erschwerte die internationale Finanzkrise den slowenischen Finanzinstituten den Zugang zu Finanzmitteln aus dem Ausland. Eine ähnliche Entwicklung zeigte auch die kroatische Wirtschaft. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes verlangsamte sich laut ersten Prognosen auf 2,2 % im abgelaufenen Geschäftsjahr, was vor allem angesichts der weltwirtschaftlichen Situation auf die Tourismusindustrie, aber auch auf das Konsumverhalten der kroatischen Bürger zurückzuführen war. Wie praktisch alle Börsen in Südosteuropa ist auch der kroatische Aktienmarkt massiv unter Druck geraten. Nach einer in den Jahren zuvor gesehenen positiven Kursentwicklung musste der Crobex-Index 2008 einen Verlust von gut 67 % hinnehmen. Durch die Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) am 16. Juni 2008 mit der Europäischen Union wurde Bosnien & Herzegowina die Türe für die Mitgliedschaft geöffnet. Die Wirtschaft des Landes reagierte positiv und das Bruttoinlandsprodukt stieg gemäß ersten Einschätzungen um 6,5 %. In Serbien, das 2008 ebenfalls das SAA-Abkommen mit der EU unterzeichnete, verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum voraussichtlich auf 6,0 %, was vor allem auf das plötzliche Ausbleiben von ausländischen Investoren seit Oktober zurückzuführen ist. Erschwerend kam auch eine massive Steigerung der Inflationsrate in Serbien hinzu. Am 15. Dezember reichte die montenegrinische Regierung ihre Bewerbung um eine offizielle EU-Mitgliedschaft ein. Das prognostizierte Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich 2008 voraussichtlich um circa 8 %, der Wachstumskorridor dürfte aber ein Ende erreicht haben. Wachstumstreiber im abgelaufenen Jahr waren der Tourismussektor und seine angeschlossenen Industriezweige. In Bulgarien erreichte das voraussichtliche Wirtschaftswachstum 2008 rund 6,5 %. Dabei kam dem Land vor allem eine konstante Entwicklung im ersten Halbjahr zugute, ehe es in der zweiten Hälfte angesichts des vorherrschenden Vertrauensverlustes von Seiten der Kunden und Investoren zu einer negativen Entwicklung kam. Auch in Ungarn zeigte das Wirtschaftsjahr 2008 im Zeitablauf unterschiedliche Entwicklungen. Zwar stiegen in der ersten Jahreshälfte noch sämtliche makroökonomischen Indikatoren des Landes, in der zweiten Jahreshälfte wurde jedoch auch die ungarische Wirtschaft von den Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise erfasst. Der Zuwachs des realen Bruttoinlandsproduktes lag laut ersten Meldungen bei 1,7 %.

 

Angesichts der derzeitigen Situation auf den globalen Finanzmärkten ist eine Prognose für 2009 relativ schwierig. Den Wachstumsprognosen für die Folgejahre liegt die Annahme zugrunde, dass die Wirtschaft sich gegen Ende des Jahres 2009 langsam zu erholen beginnt.