Erläuterungen zur Erfolgsrechnung

(34) Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung erfolgt nach den Bestimmungen des IAS 14 und gibt einen Überblick über die wesentlichen Geschäftsfelder und Unternehmenstätigkeiten in den geografischen Märkten der Hypo Group Alpe Adria. Ziel der Segmentberichterstattung ist es, das Ergebnis aus der Erfolgsrechnung der Gruppe verursachungsgerecht auf die einzelnen Segmente zu verteilen.


Voraussetzung für die Segmentbildung ist, dass sich sowohl die geografischen Märkte als auch die in den einzelnen Segmenten enthaltenen Geschäftssegmente voneinander unterscheiden müssen, um den Abschlussadressaten zu helfen:

 

  • die bisherige Ertragskraft des Unternehmens besser zu verstehen;
  • die Risiken und Erträge des Unternehmens besser einzuschätzen und
  • das gesamte Unternehmen sachgerechter beurteilen zu können.

Basis für die Segmentierung sind die vom Konzernvorstand definierten strategischen Geschäftsfelder. Die Hypo Group Alpe Adria segmentiert ihre Aktivitäten einerseits nach regionalen Gesichtspunkten (primäres Segment) und andererseits nach den von ihr betreuten Geschäftsfeldern Bank, Leasing sowie sonstige Unternehmen (sekundäres Segment).

Refinanzierungskosten von Beteiligungen in der Konzernobergesellschaft werden den Segmenten entsprechend zugerechnet. Der als Verzinsung herangezogene Prozentsatz orientiert sich am langfristigen Fremdkapitalsatz, welcher roulierend ermittelt wurde und sich für das Geschäftsjahr 2008 mit 4,77 % bemisst (2007: 4,52 %).

Die Konzernoverheadkosten, die direkt durch die Konzerngesellschaften verursacht sind, werden den jeweiligen Segmenten auf Basis der durchschnittlichen Risk Weighted Assets (RWA) zugerechnet.

Der Segmenterfolg ist durch die operativen Ergebnisse (vor Steuern) des jeweiligen Geschäftsfeldes gekennzeichnet. Darüber hinaus wird das Ergebnis der Geschäftsfelder anhand der Kennzahlen der Eigenkapital-Rentabilität (ROE und ROA) und des Cost/Income-Ratios gemessen. Die Eigenkapitalrendite errechnet sich dabei aus dem Verhältnis des Segmentergebnisses zum durchschnittlich zugeordneten Eigenkapital, wobei jedoch im Segmentergebnis die Kapitalkostenverrechnung vorher eliminiert wird. Die Cost/Income-Ratio errechnet sich aus den Betriebsaufwendungen, dividiert durch die Betriebserträge.

Primäres Segment

Als primäres Berichtsformat wurde die Aufteilung nach geografischen Märkten gewählt, da die wesentlichen Risiken und Erträge aus den einzelnen Ländern resultieren, in denen die Hypo Group Alpe Adria tätig ist. Es wurde dabei vom Konzernvorstand die folgende Gliederung gewählt:

  • Österreich
  • Italien
  • Slowenien
  • Kroatien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Serbien
  • Sonstige Märkte

Als Zuordnungskriterium dient grundsätzlich der Sitz der jeweiligen Konzerngesellschaft.
Einige Gesellschaften, deren Geschäfte direkt von einem Konzernunternehmen gesteuert werden, werden dem Segment dieses Unternehmens zugeordnet.

Im Segment Österreich werden alle Erträge und Aufwendungen aus den im Inland angesiedelten Konzernunternehmen angegeben. Wesentlicher Bestandteil des Segments Österreich ist die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG als Konzernobergesellschaft der Hypo Group Alpe Adria, welche insbesondere auch Cross-Border-Kreditgeschäfte mit Kunden im südosteuropäischen Raum betreibt. Neben dem traditionellen Inlandsbankgeschäft, welches von der zweiten inländischen Bank, der Hypo Alpe-Adria-Bank AG, abgewickelt wird, gibt es ebenfalls eine größere Anzahl von Leasing-Gesellschaften.

 

Die Ergebnisse der Hypo Alpe-Adria-Immobilien AG (AAI-Gruppe) sowie der Kärntner  Tourismusgesellschaften (insbesondere Kärntner Holding Beteiligungs-AG sowie Schlosshotel Velden GmbH) stellen ebenfalls einen nennenswerten Anteil in diesem Segment dar. Die HBInt. Credit Management Limited, sowie die 2008 gegründete Norica Investments Limited sind ebenfalls im Segment Österreich dargestellt, da die Steuerung durch die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG erfolgt.


Das deutlich negative Ergebnis des Segments Österreich ist im Wesentlichen auf sehr hohe  Kreditrisikovorsorgen, insbesondere für Auslandsfinanzierungen von Corporate-Kunden in Deutschland und Südosteuropa, zurückzuführen. Deutliche Ergebnisbelastungen resultieren auch aus den durch die Finanzkrise bedingten Abschreibungen auf Wertpapiere der Available for Sale-Kategorie sowie auf negative Bewertungsergebnisse von langfristigen Wertpapierveranlagungen der HBInt. Credit Management Limited, an der die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG zu 51 % beteiligt ist. Weiters wurde das Segmentergebnis 2008 durch Aufwendungen aus Hedge Accounting-Ineffizienzen sowie durch das finale Settlement des Rechtsfalles „DAB“ belastet, welches 2007 noch positiv zum Ergebnis beitrug.

Das Segment Italien bezieht sich geografisch auf Norditalien, wo die Hypo Group Alpe Adria mit einer Bank und einer Leasing-Gesellschaft aktiv ist. Während die Leasing-Gesellschaft sich auf Bootsfinanzierungen spezialisiert hat und generell ihre Neugeschäftsaktivitäten zurückgefahren hat, bietet die um ein Vielfaches größere Bank auch im größeren Ausmaß Leasing-Geschäfte (insbesondere Immobilienfinanzierungen) an und erwirtschaftet damit konstant positive Ergebnisbeiträge für den Konzern.

Das Segment Slowenien besteht aus zwei zentralen Tochtergesellschaften und stellt ein wesentliches Segment der Hypo Group Alpe Adria dar, in dem die Gruppe auch sehr früh vertreten war. Die wichtigsten Ertragsquellen hier sind die Hypo Alpe-Adria-Bank d.d. Ljubljana und die Hypo Leasing d.o.o. Ljubljana.
Kroatien ist ein bedeutendes Segment, in welchem die Gruppe mit zwei Banken in Zagreb und in Osijek am Bankenmarkt vertreten ist, welche im ersten Quartal 2009 zu einer rechtlichen Einheit verschmolzen werden. Weiters werden hier auch die Hypo Leasing Kroatien d.o.o., welche die größte Leasing-Gesellschaft im Land ist, sowie der vollkonsolidierte Verpackungshersteller Aluflexpack d.o.o. und diverse Immobiliengesellschaften mit dargestellt. Das negative Segmentergebnis Kroatien ist 2008 erheblich von den sehr hohen Kreditrisikovorsorgen im Leasing-Bereich sowie dem deutlich negativen Ergebnis von Non-Core-Beteiligungen betroffen.

Das Segment Bosnien und Herzegowina, in welchem die Hypo Group Alpe Adria einen sehr hohen Marktanteil hat, beinhaltet im Wesentlichen zwei Banken mit den Standorten Mostar und Banja Luka sowie eine Leasing-Gesellschaft in Sarajevo. Neben einem sehr schwierigen Geschäftsjahr für die Leasing-Tochter war das Ergebnis auch geprägt von der negativen Wertentwicklung zweier Fonds-Anteile.

 

Serbien besteht aus den Geschäftsfeldern Bank, Leasing und Sonstige, alle mit Sitz in Belgrad. Die Operating- und Finanzierungs-Leasing-Geschäfte werden in jeweils zwei separaten Gesellschaften abgewickelt. Das negative Segmentergebnis Serbien ist auch stark von der Abwertung der lokalen Währung (RSD) betroffen, welche durch Anwendung des Konzepts der funktionalen Währung zu deutlich negativen Währungsergebnissen in der Erfolgsrechnung führt.

 

Im Segment Sonstige Märkte wurden die Konzernaktivitäten in den Ländern Deutschland, Ungarn, Montenegro, Bulgarien, Ukraine und Mazedonien zusammengefasst, da diese einzeln betrachtet nicht die im IAS 14.35 definierte Wesentlichkeitsgrenze von 10 % übersteigen. Im Vorjahreswert 2007 wurden in diesem Segment bis zum Entkonsolidierungszeitpunkt per Ende Dezember 2007 auch die Geschäftstätigkeiten der Hypo Alpe-Adria-Bank (Liechtenstein) AG dargestellt.

 

Sekundäres Segment

Aktivitäten mit gleicher Kernkompetenz werden zu Geschäftsfeldern gebündelt. Daraus ergibt sich als sekundäres Berichtsformat der Hypo Group Alpe Adria folgende Segmentierung:

 

  • Bank
  • Leasing
  • Sonstige

Im Segment Bank werden die Konzernobergesellschaft, Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, sowie ihre neun Tochterbanken zusammengefasst. Direkte Beteiligungen dieser Gesellschaften werden ebenfalls in diesem Segment dargestellt, sofern diese dem Bankbetrieb direkt dienen und die Steuerung gleichfalls über die Obergesellschaft (Bank) erfolgt. Dazu gehören z. B. Wertpapierfirmen, Schätzungs- und Versicherungsagenturen sowie sonstige Unternehmen mit bankbezogenen Hilfsdiensten. Ebenfalls zum Segment Bank wird die HBInt. Credit Management Limited und die 2008 gegründete Norica Investments Limited gezählt, welche unter Einbeziehung eines Co-Investors, der 49 % der Anteile hält, langfristige Veranlagungen durchführen soll, da die Steuerung durch die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG ausgeübt wird. Das Ergebnis des Segments Bank war 2008 insbesondere durch sehr hohe Kreditrisikovorsorgen und die Auswirkungen der Finanzmarktkrise bestimmt.


Das Segment Leasing besteht aus allen Leasing-Gesellschaften des Konzerns inklusive ihrer vollkonsolidierten Beteiligungen an Projektgesellschaften. Hauptaktivitäten werden im Leasing in den Bereichen Immobilien-, Mobilien-, Cross-Border- und Schiffsleasing gelegt. Die Hypo Alpe-Adria-Bank S.p.A., Udine, welche ebenfalls sehr stark im Leasing-Geschäft tätig ist, wird allerdings nicht hier, sondern im Segment Bank dargestellt. Das Ergebnis aus dem Geschäftsfeld Leasing war 2008 belastet durch einen Rückgang der Zinsmarge sowie durch drastisch höhere Risikovorsorgen auf ausgereichte Finanzierungen, Abwertungen von Leasing-Gegenständen, negative Währungseffekte aus den Kursentwicklungen (insbesondere des CHF) bei Operating-Leasing-Vermögen und restliche Reklassifizierungseffekte, bezogen auf Operating-Leasing-Vermögen.


Im Segment Sonstige sind grundsätzlich jene Unternehmen zusammengefasst, die nicht zu den Hauptgeschäftsfeldern Bank und Leasing gehören. Diesen gehören insbesondere Tourismusbeteiligungen (v. a. Kärntner Holding Beteiligungs-AG sowie Schlosshotel Velden GmbH), Immobilien-Gesellschaften (insbesondere die AAI-Gruppe sowie kroatische Immobiliengesellschaften), der kroatische Verpackungsproduzent Aluflexpack d.o.o. sowie sonstige Konzerngesellschaften an. Das deutlich negative Segmentergebnis wird dabei im Geschäftsjahr 2008 in erster Linie durch die negative Performance im laufenden Ergebnis der Non-Core-Konzernunternehmen sowie Abwertungen auf eigengenutzte Immobilien und Anlagen sowie auf Investment Properties bestimmt.

 

Segmentbericht nach geografischen Märkten

Segmentbericht nach Geschäftsbereichen