Group Treasury & Global Markets

Dem Bereich Treasury obliegt als wesentliches Steuerungselement das Liquiditätsmanagement, das Konzern-Asset-Liability-Management und das Capital Management bzw. in den Töchtergesellschaften der Eigenhandel. Der Bereich Global Markets ist für das operative Treasury-Geschäft und das Emissionsgeschäft zuständig.


Bedingt durch die Kapitalmarktkrise war der Bereich Treasury im abgelaufenen Geschäftsjahr mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Der Schwerpunkt der Aktivitäten lag 2008 im Bereich der Liquiditätssteuerung. Bereits im ersten Halbjahr wurden seitens des Gruppenvorstandes zeitgerecht Maßnahmen zur Liquiditätssicherung getroffen, nach der Insolvenz von Lehman Brothers wurden diese nochmals verschärft. Das im Jahr 2007 aufgesetzte Liquiditätsmanagement hat sich in der vorherrschenden schwierigen Marktsituation bestens bewährt. Die Liquidität der Hypo Group Alpe Adria war nicht nur während des gesamten Geschäftsjahres 2008 gesichert, es gelang auch, darüber hinaus einen zusätzlichen Liquiditätspuffer aufzubauen. Das Neugeschäft wurde im Rahmen abgegebener Zusagen ohne Einschränkungen weiter durchgeführt, allerdings wurden bei Neuengagements die Prüfungskriterien bei der Kreditvergabe an die allgemeine Liquiditäts- bzw. Kapitalmarktsituation angepasst.


Auch die Funding-Situation stellte sich bedingt durch die Krise auf den Kapitalmärkten schwierig dar – dies schlug sich bei den Refinanzierungen der Hypo Group Alpe Adria nieder. Die Durchführung geplanter Maßnahmen betreffend Liquidität und Emissionen konnten in der angespannten Situation an den Geld- und Kapitalmärkten nicht realisiert werden, sodass sich die Hypo Group Alpe Adria bei der Liquiditätsbeschaffung auf konzerninterne Refinanzierungslinien der BayernLB sowie auf die Aktivierung bestehender Liquiditätsreserven konzentrierte. Bei den Kundeneinlagen konnte das Volumen das Jahr über durchwegs auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden, allerdings waren im vierten Quartal insbesondere in Südosteuropa Abflüsse aufgrund der Verunsicherung bei den Kunden zu bemerken.


Großes Augenmerk lag 2008 neben dem Liquiditätsmanagement auch auf dem Zins- und Währungsrisikomanagement. Es galt hier primär, die massiven krisenbedingten Marktschwankungen auszugleichen. Neben dem Bankenbereich wurden hiefür vor allem auch bei den Leasing-Gesellschaften entsprechende Maßnahmen gesetzt, die auch 2009 noch weiter ausgebaut werden. Fremdwährungskredite in USD und CHF wurden ab Herbst 2008 auch im Interesse unserer Kunden infolge der volatilen Währungen komplett eingestellt.


Durch das Repricing der Banken und Länderrisiken waren seitens der Hypo Group Alpe Adria auch höhere Refinanzierungskosten zu verzeichnen. In weiterer Folge führte dies zu Abwertungen von lokalen Währungen, was sich wiederum negativ auf die gehaltenen Beteiligungen auswirkte. Während die höheren Liquiditätseinstandskosten weitgehend umgeschichtet werden konnten, führte die Abwertung von lokalen Währungen hingegen zu negativen Auswirkungen. Gemildert wurde dies durch aktives Währungsmanagement, beispielsweise ein Teilhedge beim serbischen Dinar gegen eine Abschwächung der Währung.


Obwohl Aktienengagements und Investitionen in Alternative Investments nur in geringem Ausmaß eine Rolle spielen, konnte sich die Hypo Group Alpe Adria den negativen Marktvorgaben nicht entziehen und musste trotz des kontinuierlichen Abbaus des Exposures 2008 Verluste hinnehmen. Dies war auch bei den Credit Investments der Fall: 2007 wurde dieses Exposure bereits reduziert und auch größerer Abschreibungen vorgenommen. Durch den Wegfall der Marktliquidität bei gleichzeitig starken Kursrückschwankungen waren hier aber erneute Verluste nicht zu vermeiden.

 

Auch im Liquiditätsreserveportfolio musste die Hypo Group Alpe Adria im Berichtszeitraum risikobedingte bzw. abwertungs-
bedingte Verluste hinnehmen. Aufgrund gesetzlicher und interner Vorgaben beläuft sich der Umfang des Portfolios auf über EUR 1 Mrd., davon wird der Großteil in Bankenfloatern gehalten. Die Ausfälle durch die Insolvenz von Lehman Brothers sowie der isländischen Banken schlugen sich dabei in geringem Ausmaß zu Buche, darüber hinaus waren aber auch Abschreibungen im Gesamtbestand notwendig. Auf die mögliche Anwendung der Neubilanzierung nach IFRS wurde aber bewusst verzichtet. Für die Folgejahre geht die Hypo Group Alpe Adria von einer vollständigen Tilgung der gehaltenen Assets aus, sodass die Abschreibungen im Liquiditätsreservebestand zum überwiegenden Teil nicht von Dauer sein werden.


2009 ist aufgrund des weiterhin zu erwartenden schwierigen Umfelds auf den Kapitalmärkten von schwach performenden Aktienmärkten und einer expansiven Geldpolitik seitens der Notenbanken auszugehen. Nachdem das Interbankengeschäft weiterhin nur sehr eingeschränkt stattfindet, wird sich darüber hinaus die Liquiditätssituation nur leicht entspannen. Um das Funktionieren der Märkte sicherzustellen, ist zudem mit staatlichen Eingriffen in das Bankensystem sowie mit Regulierungsmaßnahmen zu rechnen. Auch staatliche Unterstützungen aller für den Kapitalmarkt wichtigen Banken, beispielsweise durch Garantieübernahmen bei Emissionen, sind weiterhin denkbar. Der Bereich Treasury wird sich daher 2009 auf Liquiditätssteuerung und Asset Liability Management konzentrieren und hier den risikobewussten Weg weiter fortsetzen. Der Eigenhandel wird demgemäß keine wesentliche Rolle spielen und weiter zurückgefahren.