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Montenegro

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach der Unabhängigkeitserklärung im Juni 2006 strebt der neue Staat Montenegro nun den zügigen Beitritt zur EU an. Das Land befindet sich auf einem strikten Reformkurs in Politik und Wirtschaft, der Euro als Landeswährung trägt zur wirtschaftlichen Stabilität bei, da Wechselkursrisiken mit den Euro- Ländern wegfallen. Weitere positive Faktoren sind durchschnittliche Wachstumsraten des BIP von rund 4,5 % in den vergangenen drei Jahren, eine Inflationsrate von ca. 3 % im Vorjahr und ein Absinken der Arbeitslosigkeit um 5 % auf 14,7 % im Jahresschnitt 2006. Positiv stellte sich auch die Situation des öffentlichen Haushaltes dar: In den ersten elf Monaten 2006 konnte ein Überschuss erzielt werden. Die Auslandsverschuldung ist in den vergangenen zwei Jahren von 32,75 % auf 27,1 % des BIP (per Ende September 2006) gesunken, was im Vergleich zu anderen Ländern in der Region ein sehr guter Wert ist. Das Leistungsbilanzdefizit hingegen betrug wegen starker Steigerungen bei Investitionen und beim privaten Konsum mit 37,9 % im ersten Halbjahr 2006 ein Vielfaches von 2005 (8,6 % des BIP im Gesamtjahr).
      Eine außergewöhnliche Steigerung konnte bei den ausländischen Investitionen verzeichnet werden: Hatten sie im Jahr 2005 noch EUR 374,7 Mio. (ca. 22,8 % des BIP) ausgemacht, was vor allem auf Privatisierungen zurückzuführen war, so beliefen sie sich im ersten Halbjahr 2006 auf EUR 149,3 Mio., was 19,8 % des BIP in diesem Zeitraum entsprach.
      In den vergangenen zwei Jahren hat sich vor allem der Banksektor durch Investitionen, Privatisierungen und den Eintritt ausländischer Banken sehr positiv entwickelt. Die zehn Banken im Land verzeichneten zum Ende des dritten Quartals 2006 eine Bilanzsumme von 63 % des BIP (im Vergleich zu 42,3 % Ende 2005).
      Der Wettbewerb ist heute stärker als in den vergangen Jahren, und Investitionen im Tourismus-, Handel- und Bausektor sorgen für höhere Kreditnachfrage. Diese und die höhere Nachfrage nach Konsumkrediten (mit einer Steigerung wie bei den Einlagen im Vorjahr von rund 150 %) haben die Inflation nicht gesteigert. Auch wenn die rechtliche Situation sich laufend verbessert, belasten ungeklärte Grundbuchfragen sowie ein langsam arbeitendes Gerichtssystem nach wie vor die Banken und ihre Kunden durch hohe Transaktionskosten.
      In Montenegro wird Leasing als neues und alternatives Finanzierungsprodukt sehr gut angenommen; das beweist das Neufinanzierungsvolumen von mehr als EUR 61 Mio. im Jahr 2006. Ende des Jahres 2005 hat Montenegro ein neues Leasing-Gesetz verabschiedet. Generell ist zu beobachten, dass alle Gesellschaften, die in den Leasingmarkt eintreten, ein starkes Wachstum aufweisen. Dabei konnte die Hypo Leasing Montenegro im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als die Hälfte des gesamten Finanzierungsvolumens für sich verbuchen. In ihrer Rolle als Marktführer tritt die Hypo Leasing Montenegro auch als Innovationsführer auf und bringt laufend neue Produkte auf den Markt.
      In Montenegro operiert die Hypo Group Alpe Adria mit der Hypo Alpe-Adria-Bank a.d., Podgorica und der Hypo Leasing d.o.o. Podgorica.