Druckversion
Schriftgröße

Segment Bosnien und Herzegowina

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Seit dem Krisenjahr 2003 hat das Wirtschaftswachstum in Bosnien und Herzegowina deutlich zugelegt, was sich auch in einer Verbesserung der wichtigsten Kennzahlen widerspiegelt. Die Einführung eines einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 17 % per 1. Jänner 2006 resultierte in einer höheren Steuerdisziplin, einem Rückgang der Schattenwirtschaft und damit in einer Belebung des Marktes, aber auch in einer Erhöhung der Inflation. Nach einem rapiden Anstieg in den ersten sechs Monaten hat sich die Inflationsrate nach drei Quartalen 2006 auf 8 % stabilisiert, was nach Abzug des Mehrwertsteuer-Effekts ca. 4 % für das Jahr 2007 erwarten lässt. Damit ist die Inflation eine der geringsten in der Region, was nicht zuletzt auf eine erfolgreiche Geldpolitik mit einem fixen Wechselkurs zum Euro zurückzuführen ist. Dagegen ist die Arbeitslosigkeit nach offiziellen Daten eine der höchsten in der Region, sie betrug 43 %.
      Die Löhne und Gehälter stiegen dagegen stärker als die Preise der Konsumgüter: in der Föderation von Bosnien und Herzegowina um 8,2 %, in der Republika Srpska sogar um 14 %. Erfreulich stellte sich das Exportwachstum von ca. 38 % im Vorjahr dar, während die Importe um 5,2 % gestiegen sind und zu einer spürbaren Verringerung des Außenhandelsdefizits führten.
      Die führenden internationalen Unternehmen im Finanzsektor, die rund zwei Drittel des Marktes auf sich vereinen, konnten ihre Bilanzsumme, ihr Kreditvolumen und die Einlagen um durchschnittlich 10 % steigern. Insgesamt sind im Land derzeit 32 Banken aktiv. Dem steht eine marktfreundliche Politik der Notenbank gegenüber, die das Wachstum fördert.
      Die Einführung des Mehrwertsteuersystems Anfang 2006 hat die Voraussetzungen geschaffen, das Leasingangebot um Finanzierungs- und operatives Leasing zu erweitern und führte damit zu einer deutlichen Belebung des Leasing-Marktes. Auch mit der gesetzlichen Einführung von IFRS als Bilanzierungsrichtlinie wurde ein weiterer Schritt zu einer besseren Regulierung des Marktes gesetzt. In Bosnien und Herzegowina operieren derzeit insgesamt sechs Leasing-Gesellschaften, mit dem Markteintritt weiterer ausländischer Leasingunternehmen wird auch in Zukunft gerechnet. Die positive Entwicklung des Immobiliensektors im abgelaufenen Jahr spiegelte sich in einer steigenden Nachfrage nach Leasingfinanzierungen in diesem Bereich wider.
      In Bosnien und Herzegowina ist die Hypo Group Alpe Adria mit zwei Bankinstituten und einer Leasing-Gesellschaft vertreten.